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Bioland-Hof Strotdrees

Die Neue Westfälische berichtet

Gepostet am Apr 15, 2017

Die Neue Westfälische berichtet

 

Beim Eierholen: Landwirtin Stephanie Strotdrees mit ihren Hühnern, die nach Biokriterien im Freien leben. - © Franz Purucker

Beim Eierholen: Landwirtin Stephanie Strotdrees mit ihren Hühnern, die nach Biokriterien im Freien leben. | © Franz Purucker

Harsewinkel Eierproduktion auf Hochtouren in der Osterzeit

Kurz vor den Feiertagen werden zusätzliche Hennen angeschafft, um die hohe Nachfrage zu bedienen. Doch nicht nur Ostern müssen viele gelegt werden

Franz Purucker
15.04.2017 | Stand 15.04.2017, 09:52 Uhr
Ostereinkauf: Familie Dawes mit Melissa (v.l.), Jason und Mama Wiebke im Hofladen des Betriebes Strotdrees beim Holen von Eiern. - © Franz Purucker
Ostereinkauf: Familie Dawes mit Melissa (v.l.), Jason und Mama Wiebke im Hofladen des Betriebes Strotdrees beim Holen von Eiern. | © Franz Purucker

Harsewinkel. Im Hofladen von Stephanie Strotdrees in Harsewinkel ist aktuell Hochbetrieb. Immer wieder müssen die Eier nachgefüllt werden, um den hohen Bedarf danach zu stillen.

Im Stall herrscht derweilen Produktion auf Hochtouren. Rund 650 Hühner legen täglich ein Ei. Bereits vor drei Monaten hat der Hof neue Tiere gekauft, um die Nachfrage zu stillen. Solange brauchen die Tiere, bis sie sich an die Ställe gewöhnt haben und in Hochform auflaufen können.

Erfreulich für die Produktion ist der Wegfall der Stallpflicht im März. “Die Hühner haben sich unwohl gefühlt”, sagt die Betriebsleiterin Stephanie Strotdrees. 20 bis 30 Prozent weniger Eier haben die Tiere in dieser Zeit gelegt.

“Die wollen was erleben”

Hintergrund: “Hühner sind total aktive Tiere. Die wollen was erleben”, so Strotdrees. Für die Zeit der Stallpflicht haben die Betreiber den Tieren deshalb ein regelrechtes “Unterhaltungsprogramm” geboten: Strohballen zum Zerfetzen, Grünzeug zum Fressen oder Körner zum Verscharren.

Strotdrees’ Hühner leben auf Grasflächen direkt hinter dem Hof, auf denen besonders viel Klee wächst. Damit sich der Boden schnell erholen kann, werden die Hühner alle paar Wochen mit mobilen Ställen auf ein anderes Stück der Fläche gebracht.

Ob die Tiere weiße oder braune Eier legen, hängt von ihrer Rasse ab. “Wir haben nur braune”, sagt Strotdrees. Grund dafür ist die Nachfrage der Kunden, die im Bio-Sortiment eher nach braunen Eiern fragen, vermutlich, weil sie diese für naturnäher halten. Nur Ostern steigt die Nachfrage nach weißen Eiern. “Doch nur dafür lohnt sich die Produktion nicht.” Färben ließen sich auch die braunen.

“Wir tricksen sie aus”

Dass Ostern so gerne Eier gegessen werden, hängt auch mit dem Rhythmus der Tiere zusammen. “Im Frühjahr legen die Tiere besonders viele Eier, weil sie den Drang haben, sich fortzupflanzen”, erklärt die Bio-Landwirtin. Doch nicht nur im Frühjahr sind Eier beliebt. Ein ähnliches Nachfragehoch gibt es in der Vorweihnachtszeit. “Deshalb tricksen wir die Tiere aus”, sagt Strotdrees mit einem Lächeln im Gesicht. Jeden Morgen um 4 Uhr wird im Stall das Licht eingeschaltet, um quasi das Frühjahr vorzuspielen.

Doch auch den Bio-Hühnern bleibt der Tod nicht erspart: Im konventionellen Landbau werden die Tiere nach höchstens einem Jahr geschlachtet, weil danach deren Leistungsfähigkeit rapide abfällt. Auf dem Hof Strotdrees werden die Tiere 1,5 Jahre gehalten. “Damit wollen wir verhindern, dass zu viele männliche Tiere getötet werden müssen.” Danach werden sie als Suppenhühner verkauft.

Die geringste Nachfrage gibt es in den Sommerferien. Einige Hühner, die jetzt die Ostereier legen, werden deshalb bis zum Sommer geschlachtet. Im September kommen dann neue Jungtiere für die Vorweihnachtsproduktion.

 

Information

Klee als Stickstoffwunder

  • Auf den Wiesen des Bioland-Hofs Strotdrees wächst vor allem Klee, der zu den Leguminosen zählt. Die Pflanze braucht keinen Stickstoffdünger. Sie kann das Gas aus der Luft binden. Die Pflanze versorgt auch den Boden und die umliegenden Gräser mit ausreichend Stickstoff.
  • Mineralischer Stickstoffdünger ist in der Bio-Landwirtschaft verboten. Stickstoffhaltige Gras- und Kleepflanzen sind jedoch wichtiges Futter für die Tiere.

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