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Bioland-Hof Strotdrees

NRW Grüne zu Gast auf dem Biolandhof

Gepostet am Mai 24, 2016

NRW Grüne zu Gast auf dem Biolandhof

Die Milchkrise beschäftigt die Fraktion der Landtags-Grünen. Am 24. Mai besuchten Abgeordnete der Partei mehrere Milchviehbetriebe in ganz NRW. Eine Station: Der Biolandhof der Familie Strotdrees in Harsewinkel. Wibke Brems informierte sich über die Auswirkungen der Milchpreispolitik in der Bio-Branche.

“Auch wenn wir als Bioland-Betrieb derzeit noch nicht direkt von den dramatischen Preissenkungen der Milch betroffen sind, blicken wir doch mit großer Sorge auf die Entwicklungen am Milchmarkt”, sagt Stephanie Strotdrees. “Wir erleben einen beschleunigten Strukturwandel in der Landwirtschaft, der bäuerliches Leben verdrängt. Eine Industrialisierung der Produktion von Agrargütern bedroht konventionelle und biologische Landwirte fast gleichermaßen.”

Es müssen sicher kurzfristige Lösungen für ein Überleben bäuerlicher Betriebe schnellst möglichst gefunden werden. Ein vernünftiger Preis muss über die Reduzierung der Milchmenge – und nicht das Erstreben neuer, internationaler Märkte – erreicht werden. Um die Milcherzeugung nicht einem grenzenlosen Mengenwachstum und Preiskampf zu überlassen, fordert Stephanie Strotdrees, Vizepräsidentin des Bioland e.V., höhere Förderung des Grünlandes und Flächenbindung in der Milchviehhaltung. “Die langfristige Ausrichtung landwirtschaftlicher Produktion muss nachhaltig, regional und an den Wünschen der Verbraucher orientiert sein und somit die Abhängigkeit von globalen Strukturen minimieren.”

Eine Position, die auch die Landtagsabgeordenete Wibke Brems teilt. “Langfristig muss eine bessere Wertschöpfung erzielt werden. Anstatt immer billiger zu produzieren, muss die Landwirtschaft auf Qualitätsprodukte wie z.B. Bio- oder Weidemilch setzen.” In der aktuellen Milchkrise sieht die Politikerin klaren Handlungsbedarf auch von Seite der Bundesregierung. “Die Bundesregierung muss die französischen Vorschläge zur Reduzierung der produzierten Milchmenge aufgreifen und sich in einem gemeinsamen europäischen Vorgehen eindeutig dafür einsetzen.” Und weiter: “Eine Konzentration in wenigen Betrieben und einzelnen Regionen ist nicht im Sinne der Bauern und Bäuerinnen in NRW, nicht im Sinne der Umwelt und nicht im Sinne des Tierwohls”.